Ruth Pfeffer während ihres Vortrages zu Marzabotto. Bild: A. Bertram
Der Saal im Alten Amtsgericht in Zwingenberg war gut besucht, als Ruth Pfeffer ihren Vortrag zu Marzabotto begann. Dazu eingeladen hatte der Freundeskreis Brisighella, der im Rahmen seiner diesjährigen Fahrt in die Partnerstadt Marzabotto und die Freidensschule Monte Sole besuchen wird. Sie liegt in einem heutigen Geschichtspark im Apennin, der die Gebiete der Kommunen Marzabotto, Monzuno und Grizzana Morandi umfasst. Dort wurden 1944 von deutschen Truppen über 700 Zivilisten ermordet. Das Massaker galt als „Vergeltungsaktion“. Die zentrale Frage „Ein Massaker bei Marzabotto 1944 – Wie konnte das passieren?“ bildete den roten Faden des Vortrags.
Die Referentin brachte nicht nur ihr Wissen als Politologin, sondern auch ihre Erfahrungen als Diplom Psychologin in den Vortrag ein und zeichnete ein lebendiges sowie anschauliches Bild der historischen Entwicklung Italiens, die schließlich zu den Ereignissen in Marzabotto führten. Mit ruhiger Stimme, aber eindringlichen Worten führte sie durch die Epochen, erklärte Zusammenhänge und zeigte, wie sich manche Muster bis in die Neuzeit fortsetzen. Gerade die Verbindung zur Neuzeit war besonders eindrucksvoll, zeigte sie doch, wie eng Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben sind. Und auch in der sich anschließenden Diskussionsrunde wurde intensiv nachgefragt, ergänzt und weitergedacht. Viele wollten verstehen, welche Mechanismen damals wirkten und welche Parallelen sich heute ziehen lassen.
Die Diskussion war intensiv, der Applaus war kräftig. Und selbst beim gemeinsamen Essen zum Abschluss riss das Gespräch nicht ab – zu spannend waren die Eindrücke, die dieser Abend hinterließ.
Text: A. Bertram